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Hausärztliche Gemeinschaftspraxis

Dres. med. Christiane und Martin Schlösser

0211 / 571088

 AKUPUNKTUR

 

Die Akupunktur (lat.: acus = Nadel, punctio = das Stechen) ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Sie geht von Lebensenergien des Körpers aus (Qi), die auf definierten Längsbahnen, den Meridianen, zirkulieren und einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen haben. Ein gestörter Energiefluss wird für Erkrankungen verantwortlich gemacht und soll durch Stiche in auf den Meridianen angenommene Akupunkturpunkte ausgeglichen werden. Bei eng verwandten Methoden wird stumpfer Druck auf die Akupunkturpunkte ausgeübt (Akupressur) oder sie werden erwärmt (Moxibustion).

Klinische Studien zeigen eine Wirksamkeit der Akupunktur z.B. bei durch Kniegelenksarthrose bedingten Schmerzen, bei chronischen tiefen Rückenschmerzen und bei der Prophylaxe von Migräneattacken. Bei den genannten Beschwerden ist die Wirksamkeit von Nadelstichen deutlich höher als die einer konventionellen Behandlung. So trat in den GERAC-Studien (German Acupuncture Trials, 2002 - 2007), den bisher umfangreichsten klinischen Untersuchungen, bei der Behandlung von tiefen Rückenschmerzen bei 47,6 % der Akupunktur-Patienten, 44,2 % der Scheinakupunktur-Patienten und nur 27,4 % der konventionell behandelten Patienten eine erkennbare Verbesserung ein. Akupunktur wird zur Behandlung zahlreicher weiterer Beschwerden angeboten, auch wenn kein wissenschaftlich anerkannter Beleg für eine Wirksamkeit vorliegt.

 

Durchführung

Eine Akupunktursitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Dabei wird der Patient ruhig und entspannt gelagert, typischerweise liegt er oder sitzt bequem. Vor dem Einstich einer Nadel wird die Stelle und die unmittelbare Umgebung leicht massiert. Während einer Sitzung werden so wenige Punkte wie möglich gestochen. Manche Autoren geben eine Maximalzahl von 16 an, die aber in Einzelfällen überstiegen werden kann. Die Behandlung ist nebenwirkungsfrei, bis auf gelegendlich auftretende kleine "blaue Flecken" an den Einstichstellen. Es werden ausschließlich sterile Nadeln aus Edelstahl verwendet.

 

Einsatzgebiete

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte 2003 eine Indikationsliste für Akupunktur. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Einsatzgebiete:

  • Erkrankungen des Atemsystems (etwa akute oder chronische Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Gastrointestinale Störungen
  • Schlafstörungen
  • Muskuloskeletale Erkrankungen
  • Schmerzen verschieden Ursprungs
  • Heuschnupfen
  • Raucherentwöhnung

Als anerkannte Indikation für eine Akupunkturbehandlung gelten auch  Schwangerschaftsbeschwerden.

 

Erstattung durch die Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten jeweils 10 Akupunktursitzungen 1x alle 12 Monate für folgende Krankheitsbilder:

  • Kniegelenksarthrose
  • Lendenwirbelsäulensyndrom

Die privaten Krankenkassen erstatten in aller Regel außerdem eine Behandlung bei Migräne, Schulter-Arm-Syndrom und Nasennebenhöhlenentzündung.

 

Mehr Informationen finden Sie hier:

www.daegfa.de

www.dgss.org/patienteninformationen-start/medizinische-schmerzbehandlung/schmerz-und-akupunktur/